Tuareg-Rebellion und Islamisten in Nordmali

Tuareg-Rebellen der MNLA  -  ©MNLA

Tuareg-Rebellen der MNLA - ©MNLA

MNLA Aufstänische und deren Fuhrpark  -  ©MNLA

MNLA Aufstänische und deren Fuhrpark - ©MNLA

Ein Kämpfer der MNLA - ©MNLA

Ein Kämpfer der MNLA - ©MNLA

Mali und Azawad

Mali und Azawad

Der Norden Malis wird von der MNLA als unabhängiger Staat Azawad gesehen. ©MNLA

Mitglieder der Islamisten-Gruppe Ansar Dine  -  ©AFP

Mitglieder der Islamisten-Gruppe Ansar Dine - ©AFP

Schwer bewaffnete Islamisten in Mali  -  ©AFP

Schwer bewaffnete Islamisten in Mali - ©AFP

Tuareg-Rebellen der MNLA  -  ©MNLAMNLA Aufstänische und deren Fuhrpark  -  ©MNLAEin Kämpfer der MNLA - ©MNLAMali und AzawadMitglieder der Islamisten-Gruppe Ansar Dine  -  ©AFPSchwer bewaffnete Islamisten in Mali  -  ©AFP

Nach dem Putsch des Militärs kam es im Norden Malis zum Aufstand der Tuareg und Islamisten, welche diese Gebiete ohne auf Gegenwehr zu stoßen einnahmen und sogar ihren eigenen Staat Azawad ausriefen.

01.11.2012
Bundesaußenminister Westerwelle ist in das westafrikanische Land Mali gereist. Terroristen dürften in Mali keinen Rückzugsgebiet finden, sagte der FDP-Politiker. Dort sollen Gespräche mit der malischen Übergangsregierung und  Parlamentariern aus der Krisenregion im Norden Malis stattfinden. “Zur Überwindung der Krise in Nordmali ist ein politischer Prozess vonnöten, der alle gesprächsbereiten und gemäßigten Kräfte einbindet, und der die berechtigten Anliegen der Menschen in Nordmali löst”, unterstrich der Außenminister. (Spiegel Online)

23.10.2012
Außenminister Guido Westerwelle schließt die Entsendung von Kampftruppen nach Mali aus. Deutschland sei für die Beteiligung an einer Ausbildungsmission in dem afrikanischen Krisenland bereit, teilte Bundeskanzlerin Merkel mit. (Spiegel Online 1 & 2)

13.10.2012
Der UN-Sicherheitsrat hat einstimmig eine Resolution für einen Militäreinsatz gegen die islamistischen Aufständischen in Mali bewilligt. Innerhalb von 45 Tagen sollen Pläne für einen Einmarsch ausgearbeitet werden. Bevor aber wirklich ein Uno-Einsatz beginnt, müsste der Sicherheitsrat eine neue Resolution verabschieden. Dies wird nicht vor Ende des Jahres erwartet. (Spiegel Online)

11.10.2012
EU soll Malis Armee gegen Islamisten ausbilden. (Spiegel Online)

18.07.2012
Die Regierung Malis hat den Internationalen Strafgerichtshof um Ermittlungen gegen die Rebellen im Norden gebeten. (AFP / Spiegel Online)

14.07.2012
Unverschleierte Frauen werden ausgepeitscht: Islamisten im Norden Malis terrorisieren zunehmend die Bevölkerung. (Spiegel Online)

02.07.2012
Die Regierung in Mali verurteilt die Zerstörung von Mausoleen und Friedhöfen in Timbuktu aufs Schärfste. Sie will die Verantwortlichen vor dem Internationalen Strafgerichtshof zur Rechenschaft ziehen. (Spiegel Online)

01.07.2012
Mit Spitzhacken und Kalaschnikows ziehen Islamisten durch Timbuktu und zerstören ein bedeutsames Grabmal nach dem anderen. Die Extremistengruppe Ansar Dine hat nach Angaben der Unesco die zum Weltkulturerbe zählenden jahrhundertealten Mausoleen von Sidi Mahmud, Sidi Moctar und Alpha Moya zerstört. (Spiegel Online)

30.06.2012
Bewaffnete Islamisten haben in Timbuktu die Macht übernommen und die einheimischen Tuareg-Rebellen aus der Stadt im Norden Malis vertrieben. Jetzt beginnen sie, Mausoleen und Friedhöfe zu zerstören. Verwüstet wurde auch das Grab eines Heiligen, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. (Spiegel Online)

14.06.2012
Unterdessen wurde bekannt, dass die USA ihr Netzwerk an Stützpunkten in Afrika im Kampf gegen Terroristen ausbaut. Drohnen und Flugzeuge können  abgelegenste Regionen im Sahel überwachen, sowie Fracht und Personen transportieren.
Eine zentrale Rolle beim Ausbau des Spionagenetzwerks nimmt offenbar Burkina Faso ein. Seit mehreren Jahren sind nach Informationen der “Washington Post” Dutzende US-Soldaten und private Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Ouagadougou stationiert. Von dort können Flugzeuge rasch die Ränder der Sahara, Mali, Nigeria und Mauretanien erreichen – Gebiete, in denen die US-Behörden mit einer hohen Terrorgefahr rechnen.
Spiegel Online – USA werfen Spionage-Netz über Afrika

Frankreichs Militärgeheimdienst will herausgefunden haben, dass die diversen Extremistengruppen der Region – „Al-Qaida im islamischen Maghreb“ (grenzübergreifend), „Boko Haram“ (Nigeria) und Ansar Dine (Mali) finanzielle Unterstützung aus Katar erhalten. Dies ist insofern brisant, als Katar ein wichtiger Verbündeter des Westens ist – und damit dessen Antiterrorkampf konterkariert.
DiePresse – Mali: Die neue Front im globalen Glaubenskrieg

13.06.2012
Nach Augenzeugenberichten kam es in Timbuktu zu Kämpfen zwischen Islamisten der Ansar Dine und Tuareg-Rebellen der MNLA. Mindestens drei Menschen sollen dabei verletzt worden sein.
Die MNLA hatte zuvor einen Regierungsrat ohne Beteiligung der Islamisten verkündet.
News24 – Mali rebel groups clash

09.06.2012
Vertreter der wichtigsten Rebellengruppe Malis haben sich mit Burkina Fasos Staatschef Blaise Campaoré zu Gesprächen über die Zukunft ihres Landes getroffen. Drei hochrangige Vertreter der Tuareg-Rebellenorganisation MNLA (Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad) seien zu Verhandlungen in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou, hieß es in Medienberichten am Samstag. (DPA / Greenpeace Magazin)

08.06.2012
Im Norden von Mali haben sich Tuareg-Rebellen und Islamisten heftige Gefechte geliefert. Kämpfer der Nationalen Befreiungsbewegung von Azawad (MNLA) und der islamistischen Bewegung Ansar Dine hätten sich in der Nacht zum Freitag am Stadtrand von Kidal gegenseitig unter Beschuss genommen. (AFP / Zeit / News24)

Währenddessen haben die Einwohner Timbuktus ihre eigene Miliz gegründet, um die Islamisten aus der Stadt zu vertreiben. Die “Mouvement des patriotes pour la résistance et la libération de Tombouctou” (MPRLT) genannte Bürgerwehr ist gegen die Spaltung des Landes und gegen die Errichtung eines islamistischen Gottesstaates. Sie wolle so lange kämpfen, bis jeder Eindringling aus Timbuktu vertrieben sei.
FAZ – Tuareg kämpfen gegen Islamisten
News24 – Timbuktu residents launch armed group

04.06.2012
Hunderte malische und arabische Stammesführer und Politiker sind in der Südmauretanischen Stadt N’Beiket Lahouach zusammengekommen um über eine “gerechte und entgültige Lösung der Krise” im Norden Malis zu beraten. Es wurde unter anderem dargelegt, dass die Unabhängigkeitsbestrebungen des Azawad ohne vorherige Absprache mit vielen Volksgruppen der Region vorangetrieben wurden.
Magharebia – Malian Arabs meet in Mauritania
FAZ – Hoffen auf den Frieden

01.06.2012
Die Führungsebene der MNLA sagte entgültig alle Vereinbarungen der Tuareg-Rebellen mit der Islamistengruppe Ansar Dine ab. “Das Abkommen mit dieser Organisation ist aufgekündigt und alle seine Anordnungen sind nichtig und ungültig”, erklärte Hama Ag Mahmouddenounce von der Nationalen Bewegung zur Befreiung des Azawad (NMLA).
News24 – Mali Tuaregs call off Islamist pact

30.05.2012
Die Pläne zur Zusammenarbeit der Streitkräfte und der Aufbau eines islamischen Staates Azawad zwischen Tuareg Rebellen und Islamisten sind aufgrund grundsätlicher Differenzen aufgegeben worden.
“Wir haben es abgelehnt der entgültigen Erklärung zustimmen, da es nicht mit der Vereinbarung übereinstimmt, die wir unterzeichnet haben”, sagte Ibrahim Assaley von den Tuareg-Rebellen der National Liberation Front of Azawad (FNLA). Die Islamisten von Ansar Dine bestätigten dieses, da ihr Entwurf sich  “rein und streng” an den Gesetzen der Sharia orientieren sollte. Ebenso sollten nicht-muslimische humanitäre Gruppen aus dem Land verbannt werden.
Ein weiterer Knackpunkt für eventuelle weitere und zukünftigen Verhandlungen zwischen den Gruppierungen wird die Rolle von Al Qaida in Mali sein – Lage weiterhin unklar…Ausgang offen.
News24 – Tuareg-Islamist unity bid unravels / Mali rebel merger cracking
Zenith – Allianz ohne Zukunft

Die Afrikanische Union fordert derweil vom UN Sicherheitsrat den Weg für die Entsendung von UN gestützten afrikanischen Streitkräften, wie im Somalia, frei zu machen.
News24 – AU calls for UN-backed force in Mali
Zenith – Afrikanische Union schlägt UN-Mission vor

29.05.2012
Die Blogosphäre des Internets berichtet von Protesten in Gao im Norden des Landes:

Die Straßen sind voll von jungen Menschen aus Gao, die Fahnen des Landes Mali in den Händen halten…

Die Demonstranten, darunter junge Menschen, haben auf den Straßen Reifen verbrannt, womit sie ihre Verärgerung darüber zum Ausdruck bringen wollen, dass diese Gruppen die Stadt kontrollieren und vor allem darüber, dass die Islamisten ihnen verbieten, Fußball zu spielen oder fernzusehen. Bewaffnete haben darauf reagiert, indem sie teilweise mit echten Kugeln auf die Demonstranten schossen.

Global Voices – Mali: Demonstrationen für eine Einigung des Landes in Gao und Timbuktu
Readers Edition – Mali: Demonstrationen für eine Einigung des Landes in Gao und Timbuktu

28.05.2012
Nach dem Zusammenschluss von MNLA und den Islamisten von Ansar Dine herrscht Unklarheit über den zukünftigen Kurs des noch jungen Landes. Die Tuareg scheinen im Gegensatz zu den Islamisten einen gemäßigten Islam anzustreben: “Der Koran wird die Quelle des Rechts des Staates sein” sagte Moussa Ag Acharatoumane, ein Vertreter der MNLA, “wir werden die Dinge die wir wollen anwenden und diejenigen außenvor lassen welche wir nicht wollen. Es wird keine strikte Anwendung des Rechts sein.” Ibrahim Ag Assaleh, ein MNLA Beamter aus Gao sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon, dass “wir ein Sharia-Recht ähnlich dem in Mauritanien oder sogar Ägypten wollen. Dieser Punkt muss klargestellt werden”.
Unterdessen wurden Musik hören, Videospiele und Fußballspielen, sowie der Konsum von Tabak und Alkohol verboten. Ehebruch und Trunkenheit werden mit bis zu 80 Peitschenhieben bestraft.
Als Anfang Mai die Schulen im Norden wieder eröffneten, durften Mädchen und Jungen nicht mehr in gemeinsamen Klassen sitzen. “Uns hat man erklärt, dass Fächer wie Philosophie und Biologie, gerade was Evolution betrifft, von nun ab verboten sind.”, berichtete der Vater eines Schülers.
News24 – No strict sharia in Mali’s north – rebels / Mali rebel accord stumbles over shari’ah
Welt Online – Mali: Tuareg und Islamisten gründen Scharia-Staat / In Westafrika entsteht ein neuer Gottesstaat / Ein Gottesstaat in Westafrika?
Wiener Zeitung – Keine strikte Scharia

27.05.2012
Mauretanien verstärkt seine Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze zu Mali, nachdem Tuareg und Islamsten den souveränen und unabhängigen islamischen Staat Azawad ausgerufen haben.
Die malische Übergangsregierung hat derweil die Gründung des islamischen Staates zurückgewiesen.
Magharebia – Mauritanian troops stage border drills

Wie bekannt wurde hat Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQIM) in Gao ein Waffen und Munitionslager der malischen Armee eingenommen. Die unterirdische Bunkeranlage war eines der malischen Hauptdepots und für langanhaltende und starke Gefechte ausgelegt. Dieses scheint das Kräfteverältnis im Norden Malis wiederzugeben: während das malische Militär mit dem Putschen beschäftigt ist gründen die immer stärker werdenden Islamisten und Tuareg-Rebellen ihren neuen islamischen Staat “Azawad”.
News24 – Al-Qaeda offshoot seizes arms depot
Magharebia – Al-Qaeda fighters seize Mali military depot

26.05.2012
Die Nationale Bewegung zur Befreiung von Azawad (NMLA) und die islamistengruppe Ansar Dine haben die Errichtung eines unabhängigen islamischen Staats in dem von ihnen besetzten Gebieten Nordmalis angekündigt. Entsprechende Abkommen zur Gründung eines Übergangsrates  und zur Zusammenarbeit beider Gruppierungen seien in der Stadt Gao unterzeichnet worden. “Wir sind für die Unabhängigkeit von Azawad”, erklärten sie darin, “wir akzeptieren den Islam als Religion”. Der Koran sei die “Quelle des Rechts”.
Welt Online – Tuareg verbünden sich in Mali mit Islamistengruppe Ansar Dine
Welt Online – Tuareg und Islamisten einig über Errichtung eines eigenen Staats
Tuareg und Islamisten rufen Scharia-Staat aus – DPA / Welt / Stern.de / Zeit / Spiegel Online
DW – Islamisten wollen eigenen Staat im Norden Malis
Basler Zeitung – Religiöse Fanatiker wollen in Mali unabhängigen Staat gründen

Wir wollen unseren eigenen Staat – Ein kurzer Bericht über Tuareg-Flüchtlinge in Burkina Faso erschienen in der TAZ

24.05.2012
Die UNESCO (UN Educational, Scientific and Cultural Organization) und malische Regierung haben bei einem Treffen in der letzten Woche Maßnahmen zum Schutz des Weltkulturerbes im Norden Malis vereinbart. Dazu zählt insbsondere auch Timbuktu, nachdem von Beschädigungen mehrerer Mausoleen berichtet wurde. (UN News Centre)

23.05.2012
Nach AFP-Meldungen sollen Islamisten das “Märtyrerdenkmal” (monument of martyrs) in Timbuktu zerstört haben. Das Mahnmal würdigte die Getöten der Proteste gegen das Regime von General/Diktator Moussa Traoré in Bamako im Jahr 1991. Davor waren bereits das El Farouk Denkmal, sowie ein Grab des UNESCO-Weltkulturerbes zerstört worden. (AFP / News24 / Magharebia)

22.05.2012
56.000 Menschen sind vor den Tuareg-Rebellen und Islamisten nach Burkina Faso geflüchtet. Peter Schreiber vom WDR hat im ARD-Morgenmagazin eine kurze Bericht aus einem Flüchtlingslager gezeigt.
Reportage: Flüchtlinge aus Mali in einem Lager in Burkina Faso

20.05.2012
Die Tuareg-Rebellen der MNLA (National Movement for the Liberation of Azawad) und die Islamisten von Ansar al-Din (VErteidiger des Glaubens) haben eine Übergangsregierung für den selbsternannten Wüstenstaat Azawad beschlossen. Beide Gruppen einigten sich darauf Belal Ag Sharif, den Chef des MNLA Politikbüros, mit der Führung einer Übergnagsregierung zu betrauen. Mohamed Ag Nejim, ein ehemaliger Offizier der malischen Armee, wird Oberkommandierender der Armee. EIn 40-köpfiges Komitee wurde mit der baldigen Regierungsfindung betraut.
Touareg rebels join forces in northern MalMagharebia / Eurasia Review

15.05.2012
Der UNO-Organisation zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) zufolge ist die Zahl der Menschen, die das politisch unsichere Gebiet derzeit verlassen, sogar höher als in den vergangenen Wochen. Seit die Rebellen im April die wichtigen Städte Timbuktu, Gao und Kidal eingenommen hatten, hätten bereits mehr als 161.000 Menschen in angrenzenden Staaten – Burkina Faso, Mauretanien und dem Niger – Zuflucht gesucht.
Kleine Zeitung – Lage in Nord-Mali laut UNO weiterhin prekär

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Aufständischen und Armee im Norden Malis schwere Menschenrechtsverbrechen wie Vergewaltigung, Mord und die Rekrutierung von Kindersoldaten vorgeworfen und forderte die malischen Behörden und die bewaffneten Gruppen auf, der UNO und humanitären Organisationen ungehinderten Zugang zu Flüchtlingen zu ermöglichen.
FOCUS Online – Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe
Süddeutsche Zeitung – Amnesty prangert Menschenrechtsverletzungen an

12.05.2012
Christen flüchten vor den Islamisten aus Nordmali. Augenzeugen berichten, dass Christliche Einrichtungen angegriffen oder zerstört wurden.
Greenpeace Magazin – Christen flüchten vor Islamisten in Mali
Pro Christliches Medienmagazin – Christen flüchten vor Islamisten in Mali

09.05.2012
Laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF wurden aus Nordmali insgesamt 300.000 Menschen vertrieben, die hälfte davon Kinder. Desweiteren gäbe es Berichte über gekidnappte Frauen und Mädchen, Zwangsrekrutierungen von Kindern, sowie Minen die bereits mehrere Minderjährige getötet hätten.
Tiroler Tageszeitung – Dreifach-Katastrophe bedroht Kinder im Norden von Mali

04.05.2012
Mitglieder der Terrororganisation El Kaida im Maghreb (AQMI) und der Islamistengruppe Ansar Dine haben in Timbuktu das Mausoleum des Heiligen Sidi Mahmud Ben Amar in Brand gesteckt und unwiederbringlich zerstört. Die Grabstätte gehörte seit 1988, mit insgesamt 16 Friedhöfen und Mausoleen, sowie den drei Moscheen Timbuktus, zum Unesco-Weltkulturerbe.
Um den Gelehrten Sidi Mahmoud (1463/64 bis 1548)  aus Timbuktu ranken sich zahlreiche Legenden; Von den Einheimischen wird er jedoch vorallem als Regenmacher verehrt.
Focus – Islamisten schänden Unesco-Weltkulturerbe in Mali
Staatsministerin Pieper verurteilt Zerstörung von Heiligengrab in Timbuktu, Mali
Welt Online – Islamisten schänden Unesco-Weltkulturerbe
Potsdamer Neueste Nachrichten – Der Regenmacher

02.05.2012
Eine radikalislamische Gruppe hat für die Freilassung entführter Europäer und Algerier hohe Lösegelder verlangt. Wie ein Sprecher der Bewegung für Einheit und Heiligen Krieg in Westafrika (MUJAO) am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, fordert die Organisation für die Freilassung einer Italienerin und einer Spanierin, die seit dem Herbst in ihrer Gewalt sind, 30 Millionen Euro. Zudem verlangten die Entführer von der spanischen Regierung, sich für die Freilassung von zwei Gefangenen in Mauretanien einzusetzen. (AFP / Stern.de)

Für sieben Diplomaten aus Algerien, die vor einem Monat in Mali entführt worden waren, verlangte die Gruppe 15 Millionen Euro sowie die Freilassung von “gefangenen Brüdern” in Algerien. Die Diplomaten waren Anfang April in Gao im Nordosten Malis entführt worden. Es handelt sich um Algeriens Konsul in Gao und sechs seiner Mitarbeiter. MUJAO ist eine Gruppe, die sich von Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) abgespalten hat. (apa / nachrichten.at)

30.04.2012
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtet von zahlreichen Kriegsverbrechen in Mali. Es sei in den vergangenen Wochen zu vielen Vergewaltigungen und Plünderungen gekommen. Auch seien Kindersoldaten rekrutiert worden.
SF Tagesschau – Mali: Morde und Vergewaltigungen an der Tagesordnung

Islamisten haben angekündigt, in Zukunft die Scharia in der von ihnen kontrollierten Stadt Timbuktu anzuwenden. Sie gaben an, die Kämpfer der Nationalen Befreiungsfront (MNLA) aus der Stadt vertrieben und eine  „islamische Polizei“ installiert zu haben, die über die Anwendung der Scharia wachen werde.
Radio Vatikan – Mali: Scharia in Timbuktu

Die Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb soll die Freilassung eines Briten im Tausch gegen den jordanischen Hassprediger Abu Katada angeboten haben. In einer Botschaft heißt es, die Gruppe sei bereit, den im November in Mali entführten britisch-südafrikanischen Staatsbürger Stephen Malcolm freizulassen. Im Gegenzug solle die britische Regierung Abu Katada, der mit bürgerlichem Namen Omar Othman heißt, in ein Land seiner Wahl ausreisen lassen. (DPA / Welt / Süddeutsche)

28.04.2012
In den Nachbarstaaten Malis mehrt sich die Angst vor Islamisten und Tuareg-Rebellen. In den Grenzregionen des Nigers gilt inzwischen die zweithöchste Sicherheitsstufe.
Kurier – Niger: Islamisten-Alarm im Armenhaus

24.04.2012
Die in Timbuktu entführte schweizer Geisel ist wieder frei. Die Schweizerin soll nach neun Tagen Gefangenschaft von der islamistischen Gruppe Ansar Dine nahe Timbuktu freigelassen worden sein.
Reuters – In Mali entführte Schweizerin wieder frei
Basler Zeitung – In Mali entführte Schweizerin frei
SF Tagesschau – Schweizer Geisel aus Mali in Sicherheit

19.04.2012
Neben aller politischen Probleme ist der Sahel von der vierten Dürre in 10 Jahren bedroht. So hat sich der Preis für Nahrungsmittel seit dem letzten Jahr verdoppelt. Im Niger kostete ein 100-Kilo-Sack Hirse vor wenigen Monaten umgerechnet noch 25 Euro, jetzt 50 – unbezahlbar bei Monatslöhnen von 60 bis 75 Euro für Arbeiter, die oft eine große Familie ernähren müssen. Erschwerend sind die Völkerwanderungen: zehntausende Vertriebene flüchten aus Azawad nach Mauretanien, Niger oder Burkina-Faso – hingegen kehren Gastarbeiter  nach dem “Arabischen Frühling” in ihre Heimatländer zurück.
Hilfsorganisationen, wie UNICEF, Welthungerhiffe und andere, verstärken unterdessen ihre Medienpräsenz um Spenden zu generieren.
Welt Online – Sahel-Zone droht vierte Dürre in zehn Jahren
News Aktuell – Mali/Mauretanien: Tausende malische Flüchtlinge strömen in das Lager Mbéra
EPO – Mali: Hilfswerke wollen humanitäre Katastrophe abwenden

15.04.2012
Die meisten Hilfsorganisationen haben den Norden des Landes verlassen. Einen kleinen Einblick in die Arbeit der letzten verbliebenen NGOs, sowie die Nöte und Bedürfnisse der Bevölkerung bringt das Interview der Süddeutschen Zeitung mit den Médecins du Monde in Mali.

Medien berichten, dass eine Schweizer Missionarin in Timbuktu von Bewaffneten entführt worden sei.
SF Tagesschau – Mali-Geisel: Schweizerin und Missionarin, da fällt man auf

Weiterhin bat Mali seinen Nachbar Mauretanien um Hilfe, Gespräche mit den Tuareg-Rebellen der “Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad” (MNLA) aufzunehmen. Die Anführer dieser befänden sich in Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens.
Nachrichten.at – Mali bat Nachbar Mauretanien um Hilfe

14.04.2012
Die Islamisten im Norden Malis haben 160 bei Kämpfen festgenommene Soldaten wieder freigelassen. Die Militärs seien den malischen Behörden übergeben worden, sagte ein Vertrauter des Chefs der Gruppe Ansar Dine (Verteidiger des Glaubens), Iyad Ag Ghaly, am Samstag. Ein Vertreter der Regierung des Bundesstaates Gao bestätigte die Freilassung. Iyad habe außerdem erklärt, dass er alle restlichen Gefangenen freilassen werde.
Die Islamisten um Ansar Dine wollen die Scharia in ganz Mali einführen und werden dabei vermutlich von der terroristischen Bewegung Al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) unterstützt. Im Gegensatz zu den Tuareg-Rebellen der MNLA lehnen sie eine Spaltung des Landes ab.
Wiener Zeitung – Islamisten lassen 160 Soldaten in Mali frei

12.04.2012
Übergangspräsident Dioncounda Traoré hat seinen Amtseid abgelegt. Der bisherige Parlamentspräsident wurde, rund drei Wochen nach dem Militärputsch, während einer Zeremonie in der Hauptstadt Bamako in sein Amt eingeführt. Präsident Traoré drohte den aufständischen Tuareg und Islamisten mit einem „umfassenden und unbarmherzigen Krieg“,wenn sie nicht „ins Glied zurückzukehren“ und die besetzten Gebiete verlassen würden. (AFP / Stern.de)
Frankfurter Rundschau – Freundliche Soldaten, wilde Krieger

11.04.2012
Die Vereinten Nationen beklagen schwere Menschenrechtsverletzungen in Mali. Vor allem aus dem von den Tuareg gehaltenen Norden gebe es Berichte über „Morde, Raub, Vergewaltigungen und Vertreibungen“, sagte die UN-Kommissarin für Menschenrechte, Navy Pillay, am Donnerstag in Genf.
Die kirchlichen Hilfswerke Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas International , fordern die Einrichtung einer humanitären Schutzzone für die 100.000 Vertriebenen Nordmalis um eine schwere Krise zu vermeiden. Gebraucht würden dringend Wasser, Lebensmittel und medizinische Versorgung.
Entwicklungspolitik Online – Hilfswerke befürchten humanitäre Krise in Mali

06.04.2012
Die Nationale Bewegung für die Befreiung von Azawad (MNLA) erklärt unwiderruflich die Unabhängigkeit des Staates Azawad. Der neue Tuareg-Staat begrenzt sich auf den Norden Malis, wird jedoch international (noch) nicht anerkannt.
http://www.mnlamov.net/component/content/article/169-declaration-dindependance-de-lazawad.html
http://www.tagesschau.de/ausland/mali160.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,826165,00.html
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/25/0,3672,8506649,00.html

03.04.2012
Die Gruppe Ansar Dine verhängt nach eigenen Angaben in einigen Städten und Regionen Nordmalis die Scharia. Zum Beispiel sollen Frauen keine Hosen mehr tragen, Hotels den Alkoholausschank einstellen und Radiosender keine internationale Musik mehr spielen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,825612,00.html

März 2012
Die UN und weitere Hilfsorganisationen warnen vor einer Hungerskatastrophe im Sahel. Durch anhaltende Trockenheit, schlechte Ernten, und überhöhte Preise würden Lebensmittel in Staaten wie Mali und Niger nicht ausreichen.

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